Wil und Umgebung

Das Gefühl von fern und nah

Nicht nur irgendein Konzert im «Nef's»

Flawil. Weltgewandt und selbstsicher rief die Jazzsängerin Alexia Gardner bei ihrem Konzert Stürme der Begeisterung beim Publikum im «Nef's Rössli» hervor.

Bernard MARKS

Es war die Stimme einer ganz grossen Jazz-Lady, die am vergangenen Montag im «Nef's Rössli» das wunderbare Rendez-vous mit dem Flawiler Publikum auf unvergessliche Weise verschönert hat. Alexia Gardner, eine Dame mit einem Charme, dem jeder ihrer Gäste bereits nach den ersten Musikklängen zu erliegen schien, vermochte es an diesem Abend, ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Beinahe hypnotisiert lauschte man den Tönen einer Jazzsängerin mit Weltformat – ohne vorher Eintritt gezahlt zu haben und noch dazu mitten in Flawil, während anderen Ortes die Trottoirs längst hochgeklappt wurden. Im Stile einer Ella Fitzgerald performte Alexia Gardner ihre Stücke. Dabei glänzte sie mit einer umwerfenden Bühnenpräsenz. Emotionen waren ihr ins Gesicht geschrieben. Wenn sie sang war jeder eingeladen auf eine gemeinsame Reise durch die Jazzgeschichte mit einem Gefühl von fern und nah der weiten Welt.

Weltreisende zu Gast

Die Sängerin Alexia Gardner ist mit jamaikanischen Wurzeln in England aufgewachsen, lebt seit kurzem in der Schweiz. Ihre Internetseite ist gespickt mit Presseartikeln aus der ganzen Welt. Denn über zehn Jahre tourte und lebte sie in Südostasien. Auftritte u.a. in Clubs in Hongkong und Shanghai machten sie international bekannt. In Flawil gastierte die Ausnahmesängerin mit dem Easy-Listening Jazz Trio um Marcel Schefer, Piano, Kalli Gerhards am Kontrabass und Beat Fraefel-Haering an den Drums.

Neider gibt es immer

Der Verein Monday Night Music sorgt nun seit geraumer Zeit für hochkarätige Konzerte, wie zum Beispiel jenes vom vergangenen Montag. Dabei leisten die Macher im Hintergrund eine Knochenjob bei nächtelanger Organisationsarbeit. Doch wer meint, dies werde von der Mehrheit der Flawiler goutiert, hat sich getäuscht. «Es gibt immer Neider», meint Vereinspräsident Urs C. Eigenmann. Dabei sei er doch nicht der einzige, der im Verein das Sagen hat. Der Verein lebe schliesslich von seinen zahlreichen Mitgliedern. Wer an einem der kommenden Montage lieber allein daheim hocken möchte, der könne dies aber durchaus tun. Das Angebot der Monday Night Music ist freiwillig. Übrigens gibt es auch am Ostermontag wieder Musik im «Nef's». Der Flawiler Künstler und Musiker Louis de Saint-Gall bietet Musik und lustige Cabaret-Einlagen.

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